Fair Rubber e.V.

2012 gegründet, hat sich der Fair Rubber e.V. zum Ziel gesetzt, „einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Primärerzeuger_innen von Naturkautschuk zu leisten“. Der Weg zum Ziel: den Handel mit Naturkautschuk nach den Prinzipien des Fairen Handels zu gestalten. Heißt: benachteiligte Produzent_innen fördern, Transparenz, faire Handelspraktiken, faire Bezahlung, keine Kinder- und Zwangsarbeit, keine Diskriminierung, gute Arbeitskonditionen, empowerment der Produzent_innen, den Fairen Handel verbreiten, ökologisch nachhaltig (mehr Infos: www.wfto.com). Letzteres wird beim Fair Rubber e.V. mit der FSC®-Zertifizierung der Plantagen gewährleistet. Wenn erforderlich, unterstützt der Verein die Produzent_innen dabei. Auf diese Weise verbindet Fair Rubber e.V. hohe ökologische Standards mit fairen Arbeitsbedingungen.

Produkte, die diesen Kriterien entsprechen, dürfen das Fair Rubber-Logo tragen. Im Gegensatz zu anderen Siegeln oder Labels müssen die Lieferant_innen für das Fair Rubber-Logo nichts zahlen. Die entstehenden Kosten (z.B. für das Monitoring) finanziert der Verein über die Mitgliedsbeiträge.

Derzeit arbeitet der Verein mit vier Lieferanten zusammen: Frocester Estate und Lalan Rubbers Ltd. (Sri Lanka), New Ambadi (Südindien) sowie die Green-Net-Kooperative (Thailand). Um Kautschuk von diesen Plantagen kaufen zu können, muss man – wie das FairTradeCenter Breisgau – Mitglied des Fair Rubber e.V. sein.

Seit 2012 wurden mehr als 400 t DRC (Dry Rubber Content, Gummi-Trockenmasse) fair gehandelt und damit über 200.000 € Fair Trade-Prämie für die Produzent_innen erwirtschaftet. Doch im Vergleich zu den insgesamt 12.000.000 t Naturkautschuk, die allein im Jahr 2015 produziert wurden – Tendenz steigend – ist der Marktanteil von fair gehandeltem Naturkautschuk minimal. Dabei sind die Mehrkosten durch die Fair Trade-Prämie gar nicht so gravierend, wie man vielleicht denkt, denn der Anteil der Rohstoffpreise am Verkaufspreis ist eher gering: Ein Luftballon beispielsweise wiegt 2 g, was Fair Trade-Mehrkosten von 0,001% von 0,50 € bedeutet. Oder ein Autoreifen. Nehmen wir an, ein Reifen wiegt 10 kg, wovon ca. 30% Naturkautschuk sind*. Dann beliefe sich die Fair Trade-Prämie auf 1,50 €, was bei einem Verkaufspreis von 50 € eine Preissteigerung von 3% sind. Und die bestehenden Handelsbeziehungen, die über den Fair Rubber e.V. laufen, zeigen, dass auch höhere Summen bei entsprechendem Auftragsvolumen wirtschaftlich gemeistert werden kann.
* Der Anteil von Naturkautschuk variiert je nach Art des Reifens.

mehr Infos: www.fairrubber.org